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GeschichteDer Verein für KommunalwissenschaftenDer Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (VfK) wurde 1951 noch unter dem Namen "Verein zur Pflege der Kommunalwissenschaften" vom Deutschen Städtetag und vom Land Berlin gegründet. Zu seinen Aufgaben gehörte die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung für die kommunale Praxis und die treuhänderische Verwaltung des vom Alliierten Kontrollrat übertragenen nachmaligen Ernst-Reuter-Hauses mit 21.000 m² Nutzfläche. Die ersten Jahre im Zeichen des Wiederaufbaus (ab 1951)Als der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. 1951 seine Tätigkeit aufnahm, bestand sein Auftrag zunächst primär darin, die Finanzierung der Instandsetzung, des Wiederaufbaus und der Fertigstellung des Ernst-Reuter-Hauses zu sichern. Bis 1955 konnten die Kriegsschäden, unter anderem aufgrund der Spenden von 129 Mitgliedsstädten des Deutschen Städtetages, deren Wappen im großen Fenster des Mittelbaus zu sehen sind, beseitigt und alle instand gesetzten Räume vermietet werden. 1956 wurde der Mittelteil des Gebäudes erstmals vollständig fertig gestellt. Kommunalwissenschaftliche Forschung (ab 1956)Erste wissenschaftliche Aktivitäten des Vereins waren Vortragsveranstaltungen sowie 1956 die Einrichtung eines kommunalwissenschaftlichen Arbeitskreises. Mit der Gründung des "Kommunalwissenschaftlichen Forschungszentrums" 1966 wurden die Grundlagenforschung und die interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit intensiviert. Inzwischen wurden auch erste Fortbildungen für kommunale Führungskräfte durchgeführt. Hier diskutierten Wissenschaftler und Spezialisten aus der kommunalen Praxis Grundsatzfragen der kommunalen Selbstverwaltung. 1962 erschien die erste Ausgabe der Halbjahreszeitschrift "Archiv für Kommunalwissenschaften (AfK)", die seit seiner Gründung vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) herausgegeben wird. Inzwischen heißt sie "Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften" und ist nach wie vor die zentrale Publikation für die interdisziplinäre Erörterung kommunalwissenschaftlicher Themen. Deutsches Institut für Urbanistik (seit 1973)Mit der Gründung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) 1973 stellte der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. die wissenschaftliche Arbeit für die Kommunen auf eine neue Grundlage. Das Difu ist das gemeinsame Forschungsinstitut der Städte in der Bundesrepublik Deutschland und steht für anwendungsorientierte Forschung und die Entwicklung von Grundlagen für die kommunale Planungs- und Verwaltungspraxis. Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in den neuen Ländern (ab 1990)Nach der Öffnung der Mauer wurde das Difu zu einem wichtigen Anlaufpunkt für die sich bildende kommunale Selbstverwaltung in den neuen Bundesländern. Es kooperierte dabei mit dem ostdeutschen Institut für Städtebau und Architektur (ISA) und bot zahlreiche Seminare und Fortbildungsveranstaltungen an. Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände führte mit dem VfK als Rechtsträger ein vom Bundesministerium des Innern gefördertes Projekt durch, das sich der Hilfe beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in der ehemaligen DDR widmete. Die Städte, Gemeinden und Kreise wurden bei ihren neuen Aufgaben auf vielfältige Weise unterstützt. Zu den dringendsten Problemen wurden Arbeitshilfen erstellt und an alle Kommunen in den neuen Bundesländern versandt. Hinzu kam der Erfahrungsaustausch bei Veranstaltungen im Ernst-Reuter-Haus. Arbeitsgruppen rund um die Jugendhilfe (seit 1990)Am 15. Oktober 1990 wurde der Informations-, Beratungs-, Fortbildungsdienst Jugendhilfe in den neuen Bundesländern (IBFJ) auf Anregung der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände ins Leben gerufen. Seine Aufgabe war es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem der Jugendämter in den neuen Bundesländern durch intensive Fortbildung mit ihren neuen Aufgaben vertraut zu machen. Die Förderung übernahm das Bundesministerium für Frauen und Jugend (BMFJ). 1995 schließlich etablierte sich die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe (AGFJ) , die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Fachtagungen zu aktuellen Problemen der Jugendhilfe durchführt. Dokumentationen dieser Veranstaltungen werden in der Schriftenreihe "Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe" veröffentlicht. Neue Aufgaben durch Umstrukturierung und Verkauf des Ernst-Reuter-Hauses (2008)Bis Mitte 2008 war der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. Träger des rechtlich unselbständigen Deutschen Instituts für Urbanistik. Im August 2008 wurde die Forschungseinrichtung als GmbH ausgegründet, mit dem VfK als alleinigen Gesellschafter. Das Ernst-Reuter-Haus wurde veräußert. Seit dem liegt die zentrale Aufgabe des Vereins in der "Beschaffung von Mitteln zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung, insbesondere für die Deutsches Institut für Urbanistik GmbH" (Satzung § 2 (1)). Der Verein betreibt weiterhin das im Ernst-Reuter-Haus liegende Tagungszentrum. |
Chronik 1933: Zwangsvereinigung des Deutschen Städtetags mit den anderen kommunalen Spitzenverbänden 1946: Neugründung des Deutschen Städtetages mit Hauptsitz in Köln 1951: VfK übernimmt Instandsetzung und Wiederaufbau des kriegsbeschädigten Ernst-Reuter-Hauses 1956: Erster kommunalwissenschaftlicher Arbeitskreis 1962: Die Zeitschrift Archiv für Kommunalwissenschaften (AfK) erscheint erstmals
1966: Willy Brandt, Regierender Bürgermeister Berlins, und Otto Ziebill, Vorstand des VfK bei der Gründung des kommunalwissenschaftlichen Forschungszentrums 1973: Gründung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu)
1990: Am 13. Juni 1990 findet im Ernst-Reuter-Haus der erste gesamtdeutsche Städtetag statt. Die Berlin-Vertretung des Deutschen Städtetages wird vergrößert. ab 1990: Der VfK unterstützt den Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in den neuen Ländern. Zeitgleich rückt das Thema Jugendhilfe verstärkt in den Fokus des VfK – zunächst mit einem Informations- und Fortbildungsdienst (IBFJ) 1995: 1995 etabliert sich die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe (AGFJ) 1998: Der Deutsche Städtetag eröffnet seine Berliner Hauptgeschäftstelle im Ernst-Reuter-Haus 2001: Das Archiv für Kommunalwissenschaften wird in Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften (DfK) umbenannt. 2008: Verkauf des Ernst-Reuter-Hauses und Gründung der Difu GmbH mit dem VfK als alleinigen Gesellschafter | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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